Am 15. November 1999 wurde in Neckarsulm die Produktionsstätte des A2 eingeweiht.

Hier lest Ihr den Original-Artikel wie er damals für Pressezwecke bereitgestellt wurde:

  • Bundeswirtschaftsminister würdigt Innovation und Investition am Standort Deutschland
  • Weltweit erste Aluminium-Großserienfertigung im Automobilbau eröffnet
  • Vorstellung des 3-Liter-Autos von Audi

Den Startschuss zur Eröffnung der Produktionsanlagen für den neuen Audi A2 gaben heute in Neckarsulm Bundeswirtschaftsminister Dr. Werner Müller und Dr. Franz-Josef Paefgen, Vorsitzender des Vorstands der AUDI AG. Mehr als 300 Millionen Mark hat Audi in die modernen Anlagen und Gebäude investiert. Bei voller Auslastung werden am Standort Neckarsulm mehr als 1.500 Beschäftigte in der A2 Fertigung tätig sein. Die Fertigungskapazität für das erste in Großserie gefertigte Automobil mit Aluminiumkarosserie beträgt rund 60.000 Fahrzeuge pro Jahr.

An der festlichen Einweihung der neuen Fertigungsstätte nahmen mehr als 250 Gäste aus Politik und Wirtschaft teil. Bundeswirtschaftsminister Dr. Müller würdigte die Innovationskraft und die Investitionsentscheidung der AUDI AG. "Die A2 Modellreihe ist unser Vorschlag für fortschrittliche Mobilität im 21. Jahrhundert", erklärte Vorstandsvorsitzender Dr. Franz-Josef Paefgen. Dieser Audi spreche gleichermaßen Gefühl und Verstand an. Paefgen weiter: "Der A2 vereinigt innovative Technik und eigenständiges Design. Er bietet mit zukunftsweisendem Leichtbau eine neue Dimension von Dynamik und Wirtschaftlichkeit." Erstmals wurde auch das 3-Liter-Auto von Audi, der A2 1.2 TDI, präsentiert. Paefgen: "Es ist außerdem das erste viertürige 3-Liter-Auto der Welt."

"Die Neckarsulmer Belegschaft ist sehr stolz auf den A2, da er ihre spezielle Kompetenz und Leistungsfähigkeit als dritte Modellreihe am Standort – nach dem Audi A6 und Audi A8 - erneut unter Beweis stellt", erklärte Werkleiter Otto Lindner.

"Der Audi A2 macht den Standort noch unabhängiger von Konjunkturschwankungen und Modellzyklen und trägt damit zur weiteren Beschäftigungssicherung in der Region maßgeblich bei", betonte Betriebsratsvorsitzender Theo Schirmer.

Mit dem A2 feiert Audi mehrere Weltpremieren im Automobilbau: Für die erste Aluminiumkarosserie in Großserie mussten Techniken, Verfahren, Werkzeuge und Fertigungsmethoden neu entwickelt beziehungsweise modifiziert werden. Voraussetzung war eine Steigerung des Automatisierungsgrades im Aluminiumkarosseriebau. Die Karosserie des Audi A2 wurde im Neckarsulmer Aluminiumzentrum entwickelt, das vor fünf Jahren eingerichtet wurde. Bereits mit dem Audi A8 konnten wertvolle Erfahrungen in der Audi Space Frame (ASF)Leichtbauweise gewonnen werden.

Die nunmehr zweite Generation des ASF besteht aus weniger und größeren Bauteilen. Es werden überwiegend Profile und multifunktionale Großgussteile eingesetzt. Erstmalig im Automobilbau kommt ein einteiliger Seitenwandrahmen aus Aluminium zum Einsatz. Neu in der Aluminiumtechnologie sind auch Verbindungstechniken mit hohem Automatisierungsgrad in der Großserienfertigung. So werden beispielsweise am A2 mehr als 30 Meter "lasergeschweißt".

Besonderheiten in der Montage sind unter anderem der Einsatz der Modultechnik sowie integrierte Prüfbereiche. Durch die Zusammenführung von Karosseriebau und Montage in einem Gebäude konnten die Kommunikationswege deutlich verkürzt werden.

Zur Markteinführung der A2 Modellreihe im nächsten Jahr wird ein Benzin- und ein TDI-Motor mit jeweils 55kW (75 PS) angeboten. Die heute in Neckarsulm erstmals vorgestellte 3-Liter-Version verfügt über einen 1,2 Liter Dreizylinder-TDI, der 45 kW (61 PS) leistet. Der Audi A2 1.2 TDI unterscheidet sich von den anderen A2 Modellen durch ein nochmals geringeres Gewicht und eine optimierte Aerodynamik, äußerlich erkennbar durch widerstandsoptimierte Räder und Radläufe.

Audi ist ein weltweit operierender Entwickler und Produzent hochwertiger Automobile. Das Unternehmen fertigt in Deutschland, Ungarn, Brasilien, China und Südafrika. In den ersten neun Monaten 1999 stellte Audi rund 471.000 Fahrzeuge und mehr als 943.000 Motoren her. Der Umsatz lag bei 21,8 Milliarden Mark. Im Audi Konzern sind rund 46.000 Mitarbeiter beschäftigt, davon etwa 12.450 im Werk Neckarsulm. Am Standort Neckarsulm werden die Modelle Audi A6, A6 Avant, S6, S6 Avant, A8, S8 sowie zukünftig der Audi A2 gefertigt. Das Produktionsvolumen im Werk Neckarsulm betrug in den ersten neun Monaten des Jahres mehr als 131.000 Fahrzeuge.

Audi A2 Produktions-Anlagen in Daten und Zahlen

  • Investitionen am Standort rund 337 Mio. DM
  • Investitionen Karosseriebau (Anlagen) ca. 140 Mio. DM
  • Investitionen Montage (Anlagen) ca. 88 Mio. DM
  • Gebäudeinvestitionen (A 14 und A20) ca. 109 Mio. DM  
  • Gebäude A14 (Karosseriebau und Montage)
  • Länge 170 m
  • Breite 100 bis 130 m
  • Höhe 33 m
  • Gesamtfläche 38.000 m2
  • Fläche Karosseriebau 15.300 m2
  • Fläche Montage 15.700 m2
  • Fläche Finish 3.800 m2
  • Gebäude A20 (Vorbehandlung und Logistik)
  • Länge 126 m
  • Breite 44 m
  • Höhe 33 m
  • Gesamtfläche 10.000 m2
  • Kapazität gesamt ca. 60.000 Fahrzeuge/Jahr
  • Karosseriebau 300 Fahrzeuge/Tag
  • Montage/Finish 300 Fahrzeuge/Tag
  • Mitarbeiter gesamte A2 Produktion Bedarf ca. 1.500 Mitarbeiter
  • davon im Karosseriebau 500 Mitarbeiter
  • davon in der Montage 800 Mitarbeiter
  • davon in der Lackiererei 200 Mitarbeiter

Audi A2 Produktions-Anlagen Chronologie

  • Standortentscheidung November 1997
  • Ausschlaggebend für die Standortentscheidung waren neben betriebswirtschaftlichen Faktoren insbesondere das Know-how und die herausragende Qualität für die Fertigung von Aluminiumkarosserien am Standort Neckarsulm.
  • Audi A2 Produktion im Werk Neckarsulm
  • Baubeginn Januar 1998
  • Richtfest 6. Oktober 1998
  • Anlagenmontage 1. Hj. 1999
  • Inbetriebnahme der Gebäudehallen 2. Hj. 1999
  • Inbetriebnahme der Anlagen 2. Hj. 1999
  • Offizielle Einweihung/Produktionsstart 15. November 1999

Audi A2 Produktions-Anlagen wesentliche „Highlights" Presswerk

Eigenfertigung von Außenhautteilen und schwierigen Innenteilen;

  • Aufbau einer 2000 Tonnen Transferpresse zum Pressen von circa 32 A2 Teilen;
  • Herstellung des einseitigen Seitenteils in einem vierstufigen Ziehprozess.
  • Aluminium-Karosseriebau
  • Über 80 Prozent Automatisierungsgrad;

Neue Technologien:

  • Laserschweißen in Großserie : Innovation 30 Meter Lasernaht an der Aluminiumkarosserie;
  • Automatisiertes Stanznieten
  • MIG (Maschinelles Inertgas)-Schweißen mit hohem Automatisierungsgrad
  • Rollfalzen von Anbauteilen
  • Inline-Messtechnik in allen Fertigungsbereichen
  • Spanende Bearbeitung von Schweißgruppen.

Lackiererei:

  • Die weltweit erste segmentierte Vorbehandlungsanlage für Aluminiumkarosserien ging im April 1999 in Betrieb
  • Einsatz wasserlöslicher Lacke.

Montage:

  • Kurze Qualitäts-Regelkreise;
  • Modulfertigung: Frontend, Cockpit, ausgelagerte Türen sowie Trieb- und Fahrwerk kommen als fertige Bauteile ans Band;
  • Vormontagen direkt am Verbauort;
  • Schub-Skid und Scherengehänge zur Verbesserung der Ergonomie; Reißleinen-Konzept;
  • Im Finishbereich wird jeder A2 in einem Akustikprüfstand einer Qualitätsprüfung unterzogen.

Logistik:

  • Kurze logistische Wege und fertigungsnahe Logistikflächen;
  • Externe Dienstleister und Systemlieferanten in Werksnähe; 
  • Ca. 500 neue Arbeitsplätze bei Zulieferern in der Region.

Mitarbeiter:

  • Geschäftsübergreifendes Team zur Prozessoptimierung vor Serienanlauf;
  • SE (Simultaneous Engineering)-Ansatz: Technologieentwicklung unter frühzeitigem Einsatz von Serienplanern und Mitarbeitern der Produktion;
  • Umfassendes Qualifizierungskonzept für alle Mitarbeiter; Anlaufbegleitprogramm (Allegro) zur Mitarbeitermotivation und —information.

Aluminiumzentrum im Audi Werk Neckarsulm Kompetenz im Leichtbau:

  • Gründung des Aluminiumzentrums November 1994
  • Team Geschäftsübergreifend aus Entwicklung, Planung und Qualitätssicherung
  • Aufgabenbereiche - Verfahrens- und Produktentwicklung
  • Produktoptimierung in der Serie
  • Entwicklung neuer Fertigungstechniken
  • Erprobung in der eigenen Werkstatt

Verbindungstechniken beim Audi A2:

  • Laserschweißen von Aluminium Weltneuheit im Automobilbau
  • Ca. 30 Meter Laserschweißnähte
  • Verbesserte Festigkeit und Steifigkeit der Karosserie
  • Stanznieten für eine hohe Festigkeit der Karosserie
  • Ca. 1.800 Stanznieten pro Fahrzeug 100 % Automatisierungsgrad
  • MIG-Schweißen - Ca. 20 Meter MIG-Schweiß-Naht - 100% Automatisierungsgrad

Konstruktion des Audi A2

  • Gussknoten
  • Neu: Einsatz multifunktionaler Großgussteile, zum Beispiel einteiliger B-Pfosten (bisher 6 Teile)
  • Strangpressprofile
  • Bleche - Einsatz gerader Profile
  • Stoßverbindung mit Kehlnaht
  • Neu: Verfahren des Innenhochdruckumformens zum Kalibrieren der Strangpressprofile, Herstellung des kompletten Teils in einem Arbeitsgang und mit enger Toleranz incl. Loch- und Stanzvorgängen
  • Einteilige Seitenwand
  • 100 % Simulation der Umformteile
  • Einsatz von hydromechanisch umgeformten Blechteilen

Entwicklung des Audi A2

  • In der gleichen Zeit wie ein Automobil mit Stahlkarosserie: rund zwei Jahre.

Audi A2 Produktions-Anlagen Umweltschutz

  • Die neue A2 Fertigung steht für innovative Technik und vorbildlichen Umweltschutz. Hier einige Beispiele:
  • Vorbehandlung Karosseriebau
  • Zur Vorbehandlung einzelner Karosserieteile wurde eine spezielle Anlage installiert, die zur Minimierung des Wasserverbrauchs mit modernster Wasserspartechnik ausgerüstet ist. Der Einsatz von Separatoren und Ultrafiltrationsanlagen zur Pflege der Entfettungsbäder ist dabei ebenso selbstverständlich wie die lonenaustauscheranlage zur Kreislaufführung der Spülbäder und die Kaskadenspültechnik zur Minimierung der Spülwassermenge.
  • Karosseriebau Die Hochdruckabsaugungen der Schleifkabinen sind mit Staubabscheidern ausgerüstet. Ein hoher Abscheidegrad verhindert wirkungsvoll eine Emission von Staubpartikeln.
  • Produktionshallen Die Wärmerückgewinnung in den Zu- und Abluftanlagen der Produktionshallen spart Energie und schont die Umwelt. Durch den Einsatz von so genannten Wärmerädern kann der Verbrauch von Primärenergie deutlich reduziert werden.
  • Lackiererei Der Audi A2 wird nach dem neuesten Stand der Technik lackiert. Unter Verwendung von wasserlöslichen Lacksystemen und modernsten Applikationstechniken werden die Lösungsmittelemissionen auf ein Minimum reduziert.

Werk Neckarsulm der AUDI AG im Überblick

Werk

Das Neckarsulmer Werk befindet sich im Zentrum von Baden-Württemberg an den Flüssen Neckar und Sulm. Es ist größter Arbeitgeber in der Region Heilbronn/Franken bei einem Einzugsgebiet von etwa 80 Kilometern. Das Werksgelände erstreckt sich über eine Fläche von zwei Kilometern Länge und 800 Metern Breite.

Standortkompetenzen

125 Jahre Tradition charakterisieren den Werdegang des Neckarsulmer Werks: von der Strickmaschine über die erste Motorradfabrik Deutschlands bis hin zum größten Motorradhersteller und schließlich zur Automobilfirma mit Weltruf In den letzten Jahren hat sich das Audi Werk Neckarsulm neben der Produktion hochwertiger Automobile vor allem über die Entwicklung von High-Tech-Aluminiumkarosserien und TDI-Motoren weltweit einen Namen geschaffen. Für sein besonderes Umweltengagement wurde das Werk im Oktober 1995 nach der Öko-Audit-Verordnung der EU erstmals validiert. Im September 1998 bestand das Werk erneut die Umweltprüfung.

Produktion

Im Neckarsulmer Audi Werk werden die Modelle Audi A6, A6 Avant und A8 sowie der Audi S6, S6 Avant und Audi S8 sowie zukünftig der Audi A2 produziert. Die Gesamtproduktion lag 1998 bei mehr als 190.000 Automobilen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden mehr als 131.000 Fahrzeuge gefertigt. Die Tagesproduktion beträgt ca. 800 Einheiten, davon täglich bis zu 80 Audi A8.

Mitarbeiter

Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 12.450 Mitarbeiter. Jährlich werden 165 Auszubildende eingestellt.

Investitionen

In den letzten fünf Jahren hat Audi mehr als 2 Mrd. DM in den Standort investiert. Audi Neckarsulm ist heute ein modernes, leistungsfähiges und international wettbewerbsfähiges Automobilwerk. Die größten Investitionen flossen in die Lackiererei (mehr als 450 Mio. DM für erste und zweite Baustufe), in Strukturmaßnahmen (ca. 100 Mio. DM, zum Beispiel für den eigenen Gleisanschluss Nord, den Gewerbe- und Industriepark Bad Friedrichshall und einen Logistikanbau Ost an die A6 Montagehalle) sowie in die Fertigung (Karosseriebau und Montage des Audi A6, Presswerk und Werkzeugbau, Aluminiumzentrum, Karosseriebau und Montage des Audi A2).